Homöopathie im Alpenhof


Wie versprochen setzen wir hier in den Beiträgen die „Reise in der Welt der Homöopathie“ fort.
Mittlerweile ist es Winter geworden und in dieser Zeit nehmen auch die Infekte zu, so dass das Wartezimmer der medizinischen Abteilung stets gut gefüllt ist.

Husten, Schnupfen, Hals- und Ohrenschmerzen sind die häufigsten Beschwerden, mit denen die kleinen und auch großen Patienten in die Sprechstunde kommen. All diese Symptome lassen sich bestens mit homöopathischen Mitteln behandeln.

Homöopathische Behandlung von Husten:

  • Krampfartiger Husten (trockener Husten mit Halskratzen) bei nasskaltem Wetter: Belladonna
  • Harter, trockener, quälender Reizhusten: Bryonia
  • Trockener Husten mit rauer Stimme: Phosphorus
  • Rasselnder, anstrengender Husten, wobei die Bronchien voll Schleim sind, aber nicht abgehustet werden können: Ipecacuanha
  • Husten mit Heiserkeit und Kitzeln im Hals, wobei Ihre Bronchien voll Schleim sind: Causticum
  • Husten mit Schleimabsonderung (nachts Atemnot): Arsenicum album
Als flankierende Unterstützung zur Behandlung von Husten setzten wir gerne Inhalationen über den Pariboy mit Kochsalzlösung 0,9 %-ig, ggf. auch kombiniert mit Bepanthenlösung ein.


Homöopathische Behandlung von Halsschmerzen:

  • Halsschmerzen mit großem Durst auf Wasser, auch bei kaltem Wind (z.B. beim Fahrradfahren): Aconitum
  • Halsschmerzen mit Kloßgefühl im Hals, weißlich belegter Zunge, Ausstrahlung zu den Ohren: Phytolacca
  • Halsschmerzen mit großer Produktion von Schleim: Mercurius solubilis
  • Halsschmerzen, die auf der rechten Seite beginnen, dann auch die linke Seite befallen und der Hals trocken ist: Lycopodium und ein warmes Getränk

Homöopathische Behandlung von Ohrenschmerzen:
Die Ohrenschmerzen treten oft nach einer Erkältung mit prolongiertem Schnupfen (Rhinitis) auf. Bei diesen Ohrenschmerzen haben wir gute Erfahrung mit Belladona und Pulsatilla gemacht. Ein Paukenerguss (Serotympanon) nach einer prolongierten Rhinitis spricht gut auf die Behandlung mit Pulsatilla an.


Homöopathische Behandlung von Magen-Darm-Infekten (Gastroenteritis):
Bei fieberhaften Magen-Darm-Infekten mit überwiegendem Erbrechen haben wir gute Erfahrungen mit Nux vomica gemacht. Bei Infekten mit überwiegendem Durchfall hilft hingegen Sulfur oder Arsenicum album.

Anstelle von Elektrolytgetränken kann man folgenden Cocktail empfehlen:
Lösen Sie in einem halben Liter Wasser einen halben Teelöffel Kochsalz und 5 Teelöffel Traubenzucker auf. Dieser Mineralstoffdrink gibt ihrem Körper alles, was er bei Durchfall besonders braucht. Der Geschmack des Cocktails lässt sich ganz leicht mit Fruchtsaft verbessern.


Homöopathische Behandlung von Augenerkrankungen:

Eine Bindehautentzündung mit verklebten Augen (akute Konjunktivitis) kann häufig als Folge von prolongierten Erkältungsinfekten mit Rhinitis entstehen.
Wir empfehlen das Ausspülen der Augen mit schwarzem Tee und Euphrasia Augentropfen. Zusätzlich kann die Einnahme von Sulfur, Pulsatilla oder Staphisagria helfen.

Nicht selten ist auch das Entstehen eines Gerstenkorns. Hier helfen vor allem Staphisagria- Globuli.
Wenn Patienten über häufige Infekte der Atemwege einschließlich Otitiden berichten, ist eine Konstitutionsbehandlung z.B. mit Calcium carbonicum zu überlegen.

 

Nicht nur wegen der Infekte sondern auch wegen Schlafstörungen stellen die Eltern ihre Kinder, vor allem Kleinkinder, in der Sprechstunde vor. Um eine hilfreiche homöopathische Behandlung erfolgreich durchzuführen, bedarf es einer längeren Anamnese.


Die am Häufigsten verordneten homöopathischen Mittel bei Schlafstörungen sind:

  • Chamomilla - beruhigt und entspannt
  • Sulfur - löst „Seele und Geist“
  • Coffea - bei Schlaflosigkeit, insbesondere bei sehr aktiven Kindern
  • Magnesium phosphoricum - bei krampfhaftem Gedankenstrom (immer wieder das Gleiche)
  • Stramonium - bei Zähneknirschen
  • Belladonna - Unruhe, Schreckhaftigkeit, Schweiß
Selbstverständlich beraten wir die Mütter/Väter auch hinsichtlich derBehandlungsmöglichkeiten bei psychischen Krankheitsbildern bei Kindern wobei hier eine längere Beobachtungszeit für die Behandlung sinnvoll ist. Psychische Krankheitsbilder sind beispielsweise Chronische Bauchschmerzen, Obstipation, Kopfschmerzen, Ticstörung, Angststörung, Enuresis, Enkopresis, Aggressive Störungen

 

Eine Krankheit ist eine Gesundheitsstörung, die entsteht, weil das Gleichgewicht der Lebensenergie gestört ist. Die Beschwerden (Symptome), unter denen der Patient leidet, sind Signale seines Körpers und seiner Psyche. Genau diese Signale müssen richtig erkannt und verstanden werden, um das richtige homöopathische Mittel zu finden. Und nicht vergessen: unsere kleine Reise - im Eiltempo - durch die Homöopathie kann keine Diagnose ersetzen, lassen Sie sich vor Ort medizinisch beraten!

Chieming, im Januar  2018
Ihre Dr. med. Ana-Maria Wolf
Chefärztin