Diese Seite verwendet Cookies

Um unsere Seite für Sie nutzerfreundlich und funktional gestalten zu können, setzen wir für die Analyse unserer Seiten Cookies ein.

Wenn Sie zustimmen, stimmen Sie der Verwendung solcher Cookies zu. Bitte besuchen Sie unsere Datenschutzerklärung um mehr zu erfahren.

OK

Selbstwert stärken durch „Lernen leicht gemacht“

Bild zum Eintrag Selbstwert stärken durch „Lernen leicht gemacht“

 

Seit Jahren bieten wir hier in der Klinik Alpenhof erfolgreich die Schwerpunktkur „Lernen leicht gemacht“ an! Die Kernkompetenz hier im Haus liegt bei dieser Schwerpunktkur in der psychosozialen Abteilung. Aufgenommen werden unter anderem Kinder mit diagnostizierten Lese- und/oder Rechtschreibstörungen,  Rechenstörungen bzw. Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen. Ziele der Schwerpunktkur sind Vermittlung von Lernstrategien, Stärkung des Selbstbewusstseins, Verbesserung der Lernorganisation und – ja, auch das gibt es – der Spaß am Lernen. Vermittelt werden die Inhalte von Mitarbeitern der psychosozialen Abteilung, die ein breites Erfahrungs-Spektrum in diesem Bereich mitbringen. Kindern mit Lernstörungen und deren Eltern werden Strategien an die Hand gegeben, wie mit der Lernstörung besser umgegangen werden kann.


Nach unserer Erfahrung ergeben sich häufig Probleme durch die Lernschwierigkeiten, die nicht nur das Lernen an sich beeinflussen, sondern vielmehr auch weitreichende Auswirkung auf das gesamte Familienleben haben. So wirkt sich beispielsweise der Frust der Kinder über ihren erhöhten Lernbedarf auf die Beziehung zu den Eltern und ihren eigenen Selbstwert aus.  Daher ist auch die Steigerung des Selbstwertes der Kinder einer der zentralen Aspekte, der in allen Teilen der Schwerpunktkur aufgegriffen wird.
  
Die Anwendungen, die die Schwerpunktkur umfasst, sind vielfältig. Neben Therapien für die Eltern, sind auch gemeinsame für Eltern und Kinder vorgesehen. Der Fokus liegt jedoch auf der Arbeit mit den Kindern im Lerntraining. Themen sind hier unter anderem Konzentration, Motivation, Strategien bei negativen Gefühlen, Lernbedingungen und Lernstrategien. Um den Selbstwert zu steigern, gilt das besondere Augenmerk den positiven Erfahrungen in der Gruppe und der gegenseitigen Wertschätzung. So können die Kinder auch im Kontakt mit anderen ihre Stärken entdecken und erfahren, dass sie mit ihrer Situation nicht alleine sind. Die genauen Inhalte werden in jeder Kur individuell an die Bedürfnisse der kleinen Patienten angepasst. Zusätzlich wird für jedes Kind mindestens eine Ressourcenarbeit im Einzelsetting angeboten. Dort werden „Schätze“ der Kinder erarbeitet, die dazu beitragen, dass mit konflikt- bzw. negativ behafteten Themen besser umgegangen werden kann und der Blick hin zu den Stärken und Fähigkeiten der Kinder gerichtet wird.
  
Es hat sich herauskristallisiert, dass bei Lernschwierigkeiten nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern Strategien zur deren Verbesserung erlernen müssen. In dem Elterntraining werden Themen besprochen, die die Probleme der Patienten mit ihren Kindern im Lernkontext widerspiegeln. Oftmals geht es hierbei um Konflikte bei den Hausaufgaben. Zusammen wird erarbeitet, wie dieser immer wieder auftretende Kreislauf durchbrochen werden kann. Sowohl im Austausch mit den anderen Eltern als auch durch die gemeinsame Reflektion werden die Stärken des eigenen Kinders wieder bewusster und es wird so der Fokus weggelenkt von den „Problemsituationen“. Im Themenblock Kommunikation wird erarbeitetet, wie Feedback so formuliert werden kann, dass der Selbstwert des Kindes gestärkt wird.

Ebenso sind Anwendungen vorgesehen, an denen Eltern und Kinder gemeinsam teilnehmen. Diese setzen sich aus einem gemeinsamem Lerntraining, zwei Terminen Bewegungs- und Koordinationstraining und einer Eltern-Kind-Interaktion zusammen. Bei letzterer geht es um Stärkung der Eltern-Kind-Bindung durch gemeinsame Aufgaben, Rollenspiele oder ähnliche Interventionen.

Sowohl die positiv erlebte gemeinsame Zeit, als auch die Erfahrung, dass Mama und Papa - ebenso wie die Kinder - Neues lernen können und die gezielte Ausrichtung auf die gegenseitige Wertschätzung tragen in den gemeinsamen Anwendungen zur Selbstwertsteigerung bei. Im Bewegungs- und Koordinationstraining werden die Grundfertigkeiten im koordinativen Bereich geschult sowie Übungen zur Verbesserung von Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsleistung durchgeführt. Diese neuen Fähigkeiten können zu Hause weitergeführt werden und vermitteln das Gefühl für die eigene Stärke.

Durch dieses ganzheitliche Konzept gelingt es, den Patienten und ihren Kindern verschiedene Strategien an die Hand zu geben, die zu Hause die Lernsituation erleichtern können.

Ein wichtiger Tipp zum Schluss: Um ihr Kind bei der Entwicklung eines gesunden Selbstwertes zu unterstützen, haben Sie eine Vielzahl an Möglichkeiten. Eine davon ist gerade bei Lernschwierigkeiten sehr wichtig: Schenken Sie ihrem Kind Anerkennung für seine Bemühungen. Legen Sie weniger Wert auf das Ergebnis (z. B. die Note) als auf die Anstrengung (z.B. Überwindung, Zeit, Hilfe annehmen). Dies vermittelt dem Kind das Gefühl, Anerkennung für etwas zu bekommen, das es direkt beeinflussen kann und steigert so das Selbstwertgefühl.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Kindern ein leichteres Lern-Leben,

Ihre Janina Schönleben 
Leitende Psychologin und das ganze Team der Psychologie